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Expertokratie – Ein Exportschlager aus Austria?

Österreichs Kanzler Kurz will die durch ihre plumpe Korruptheit aus der Regierungen geflogenen FPÖ-Minister durch Experten ersetzen.

Kein schlechter Gedanke. Wer in den Bergen in Not gerät und vom Helikopter gerettet werden muss, will ja auch keinen Politiker als Piloten.

Sprich, wer etwas erreichen will, holt sich Leute, die sich auskennen.

Ob das in vielen Parlamenten, gerade in Deutschland noch gegeben ist? Viele der Gesetze, die vom Bundestag kommen, werden ja nicht einmal mehr von den wissenschaftlichen Mitarbeitern, sondern von großen Rechtsanwaltskanzleien, Unternehmensberatungen und Wirtschaftsprüfungen formuliert. Und diese beraten dann in der übrigen Zeit ihre Mandanten zur Nutzung ebenjener rechtlichen Rahmenbedingungen.

Deutschland hat zwar inzwischen das größte Parlament der Welt, aber an die Qualifikation der Abgeordneten werden außer dem Alter und der deutschen Staatsangehörigkeit keine Ansprüche gestellt.

Dabei liegen die Diäten der Abgeordneten weit über der Besoldung von hohen Fachbeamten oder Hochschulprofessoren.

Fachhochschulprofessor kann nur werden, wer einen Master einer Hochschule und eine Promotion mit Auszeichnung hat, dazu mehrere wissenschaftliche Publikationen, Lehrqualifikation und mindestens fünf Jahre Berufserfahrung, davon mindestens drei Jahren im relevanten Berufsfeld, außerhalb von Universitäten.

Nun muss nicht jeder Abgeordnete Doktor, aber wäre eine Berufsausbildung oder ein Studium und eine erfrolgreiche Berufstätigkeit oder Selbständigkeit zu viel verlangt?

Politiker zu sein ist kein Beruf, und auch keine Expertise sui generis. Nein, für bessere Politik brauchen wir Politiker, die Fachleute in ihren Berufen sind und ihre Kompetenzen mit in die Politik nehmen.

So ist es gedacht, so sollte es sein.

Vielleicht ist die Expertokratie als Exportschlager Austrias das, wofür der Strache-Skandal gut ist.