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Für Wirtschaft muss man kein Genie sein

Einmal angenommen, Sie haben zwei Teilzeitjobs. Nun läuft einer der beiden richtig gut, Sie verdienen immer mehr Geld und es macht einfach Spaß. Freilich kommen Sie bald auf den Gedanken, den einen, der Ihnen nur noch zäh von der Hand geht und für den Sie, wenn überhaupt, nur ein paar Kröten erhalten, dran zu geben. Immerhin könnten Sie ihren Lieblingsjob zur Vollzeitbeschäftigung machen und dann so richtig durchstarten. Ein klarer Fall, denken Sie. Doch plötzlich kommen da aus allen Ecken Rufer, Sie sollten mal schön beide Jobs weiter machen, auch und gerade den Ungeliebten, denn da Sie ja jetzt so viel von der einen Beschäftigung hätten, könnten Sie es sich ja leisten. Was wäre Ihre Reaktion? Die geradlinigste Antwort wäre vermutlich nonverbal.

Doch warum das Thema? Nun, die ökonomische Unvernunft scheint in Deutschland die Börsen übertreffend von einem Höchststand zum nächsten zu eilen. Da schreibt heute morgen sogar das des Blödsinns sonst unverdächtige Handelsblatt, Siemens-Chef Kaeser stecke im Dilemma, da das auf der einen Seite Unternehmen gute Gewinne mache und der geplante Börsengang der Medizintechnik-Sparte bis zu sieben Milliarden Euro in die Kasse spülen könne, man aber zugleich tausende Stellen abbauen wolle. Dieser Widerspruch, so der Autor, nicht wirklich zu erklären.

Nun, dann wollen wir das Unmögliche doch einmal versuchen. Der Siemens-Konzern besteht aus mehreren Geschäftsfeldern, einige laufen gut und erwirtschaften Gewinne, andere nicht. Und verursachen Verluste. Jeder, der noch einigermaßen alle Tassen im Schrank hat, wird schauen, ob die Verlustbringer nur temporär oder auf Dauer schlecht laufen. Fällt die Antwort negativ aus, wird man entweder verkaufen, wenn es noch geht, oder eben dicht machen. Nichts anderes macht Siemens – so wie jeder andere es auch tun würde, der verantwortungsvoll mit seinem Haushalt umgeht.

Um das klar zu machen muss man doch nun wirklich kein Genie sein, oder? Warum aber fällt es dann vielen, augenscheinlich gerade der journalistischen Zunft so schwer? Da freue ich mich über Zuschriften mit Erklärungsansätzen.

PS: Bevor ich es vergesse:

1. Nein, es ist nicht Aufgabe von Wirtschaftsunternehmen, Arbeitsplätze zu schaffen oder zu erhalten, wenn sich das nicht rechnet.

2. Wenn ein Unternehmen wie Siemens eine Sparte, hier das Geschäftsfeld Gesundheit unter dem Namen Healthineers, an die Börse bringt, dann ist das ein Verkauf. Der bringt zwar kurzfristig Geld, aber die zukünftig erwirtschafteten Gewinne fließen dem Mutterkonzern danach nicht mehr zu. Das eingenommene Geld muss dann möglichst sinnvoll in zukunftsfähige Felder reinvestiert werden.

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