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Strategische Analyse – so simple, easy, effective

Unternehmen, die als gut geführt gelten wollen, analysieren kontinuierlich ihr Umfeld und ihre Märkte. Ganz besonders gründlich geschieht das vor großen Transaktionen. Das ist das kleine Einmaleins, eigentlich Grundstudium Betriebswirtschaftslehre. Eigentlich.

Das Minimalprogramm: Die PESTLE-Analyse, ein grundlegender Check, welche politischen, ökonomischen, gesellschaftlichen, umweltbezogenen und rechtlichen Chancen und Risiken bestehen oder aufkommen könnten. Im zweiten Schritt eine systematische Betrachtung der Marktsituation, mit welchen Kräften Kunden, (neue) Konkurrenten, Substitute und auch Lieferanten wirken, Five Forces genannt.

Geschieht doch immer, macht doch jeder, denken Sie?

Höchstens Kleinunternehmen lassen diese Sorgfalt vermissen, glauben Sie?

Erschreckend oft ist das Gegenteil der Fall. Gegenbeispiel gefällig?

Keine geringerer als die Deutsche Börse AG ist ein Paradefall. Ein Konzern mit einem Börsenwert von gut 17 Mrd. Euro. Lange vor dem BREXIT begann die Börsenführung unter CEO Carsten Kengeter die Fusionsverhandlungen mit der London Stock Exchange. Früh wurde vereinbart, dass der neue Hauptsitz für die Wertpapiergeschäfte der Börse in London liegen sollte. So weit, so gut. Doch als der britische Premier Minister David Cameron seine blöd-berüchtigte Brexit-Abstimmung ansetzte, wurden keine Vorsichtsmaßnahmen geplant. Selbst als die Briten für ihren historisch bedauerlichen Austritt stimmten, gab es noch keinen Plan-B. Stattdessen schritten Vorstände und Aufsichtsräte halsstarrig und -brecherisch voran. Weder die abstruse Vorstellung einer deutsch-britischen Börse, die ihren Hauptsitz und Handelsplatz außerhalb der EU haben würde, noch die klar ablehnenden Signale der EU-Kommission gegen die durch die Fusion drohende marktbeherrschende Stellung zeigte Wirkung.

Dann kam es, wie es kommen musste. Die EU verbot die Fusion, die allein schon wegen des chaotischen Brexits zum Absurdum degenerierte. Ein vollkommen nutzloses Abenteuer war es freilich nicht: Unternehmensberater, Rechtsanwälte und Investmentbanken verdienten gut 150 Millionen Euro für die Beratung zu einem Unterfangen, das ein ordentlicher Kaufmann schon nach rudimentärer Analyse abgesagt hätte. Der für die interne strategische Analyse geschätzte Aufwand: ein halber Tag Workshop eines Stabsmitarbeiters mit einem Volkswirt und dem Hausjuristen. Geschätzte Kosten: keine 5.000 Euro kalkulatorisch für Personal, Raum, Flipchart, Kaffee und Kekse.

 

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