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Industrie 4.0 – Fragen und Antworten

Da ich gerade ein Interview zu Industrie 4.0 hatte, folgt nun einfach das Rohergebnis:
  • Wie ist ihre persönliche Definition von Industrie 4.0?
Industrie 4.0 ist die – über AI / Computerintelligenz gesteuerte – Kommunikation und Selbststeuerung von Maschinen und Anlagen über die gesamte Supply Chain bis zum Endkunden.
  • Was sind die größten Herausforderungen bei der Umsetzung von Industrie 4.0?
Als die größte Herausforderung der Industrie 4.0 sehe ich die Definition der Rolle des Menschen im Prozess an, wo verbleiben noch Stärken, die seine Arbeitskraft der von Maschinen noch überlegen machen? Damit verbunden besteht die gesellschaftliche Frage, was die Menschen tun können, die weder körperlich noch geistig konkurrenzfähig sein werden?
  • Wie sollten sich Unternehmen, Ihrer Auffassung nach, auf Industrie 4.0 vorbereiten?
Unternehmen sollten prüfen, inwieweit sie Industrie 4.0 implementieren können und dies immer nach dem ökonomischen Maximum tun.
  • Bitte bewerten Sie den Stellenwert von Change und Innovation Management in diesem Prozess.
Der Change-Prozess wird auf Seiten der Belegschaft (und Gesellschaft) vermutlich gravierender sein als bei den „Industriellen Revolutionen 1 – 3“. Innovationsmanagement wird an Bedeutung noch zunehmen, da hier die Differenzierungschancen für Unternehmen liegen.
  • Wie müssen sich Unternehmensstrukturen verändern um im Hinblick auf Industrie 4.0, wettbewerbsfähig zu bleiben?
Das Engineering muss erheblich mehr von der Software und Useability-Seite her betrachtet werden, die Organisation muss zugleich flacher und agiler werden, um Innovationen schneller und zahlreicher umsetzen zu können.
  • Welche Kompetenzen braucht der Mitarbeiter von Morgen?
Er muss noch stärker als zuvor strategisch und unternehmerisch denken, seine Kompetenzen selbsttätig entwickeln, er/sie braucht neben der Fachkompetenz immer stärker auch kommunikative und Managementfähigkeiten.
  • Welche Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden um qualifizierte Arbeiter für Industrie 4.0 bereitzustellen?
Mitarbeiter sollten noch stärker interdisziplinär ausgebildet werden, so dass zumindest immer eine Schnittstellenkompetenz zwischen Technik, Software und Management vorhanden ist.
  • Wo sehen Sie Veränderungen in der Mitarbeiterführung in Bezug auf Industrie 4.0?
Die Mitarbeiter werden qualifizierter, unabhängiger, spezialisierter, fordernder, immer mehr zu Leistungs- und Innovationsträgern. Deshalb verändert sich der Anspruch deutlich von der hierarchischen zur coachenden Führungskraft.
  • Was sind die Herausforderungen für Manager und Führungskräfte im Hinblick auf Industrie 4.0?
Es ist interessant, dass Sie zwischen Managern und Führungskräften unterscheiden. Ich denke, das ist richtig und wichtig. Die Abstimmungsprozesse werden bei globalen und integrierten Leistungsprozessen komplexer, was Manager fordert. Die Aufgaben der Führungskräfte liegen dann noch einmal mehr in der Entwicklung der gemeinsamen Vision, der Motivation und Bindung und dem individuellen Coaching der Mitarbeiter. Das sind unterschiedliche Rollen und sollten von unterschiedlichen Personen ausgefüllt werden.
  • Welche Charakterzüge und Kompetenzen werden von einer erfolgreichen Führungskraft der Industrie 4.0 gefordert?
Da ich für eine Auftrennung von Führungskraft und Manager plädiere: Die Führungskraft sollte Visionsgeber, Vorbild, Kommunikator, Coach, Mentor und Letztentscheider sein.